Es handelt sich bei den Veröffentlichungen um Gedichte von Hugo von Hofmannsthal (1874-1928), unter dem Pseudonym Loris und Loris Melikow abgedruckt, sowie um Gedichte Arthur Schnitzlers (1862-1931), der unter dem Pseudonym Anatol in diesem Band schreibt. Er zeigt sich hier als Gebrauchslyriker, sowohl was Inhalt als auch was Form betrifft. Unter seinem eigenen Namen ließ er das dramatische Gedicht und Frühwerk Alkandis Lied in zwei aufeinander folgenden Heften veröffentlichen. Von Leopold Sacher-Masoch (1836-1895) findet sich in dem angebotenen Band die kurze fünfspaltige, überaus amüsante Erzählung „Der Teufel in Krulikow“.
Es finden sich auch noch Beiträge von Peter Rosegger, Felix Salten (ein Gedicht an Marie v. Ebner-Eschenbach), Adele Sandrock, Bertha v. Suttner, Carl Millöcker und Alexander Girardi, all dies im Jahrgangsband 1890 der Zeitschrift „An der schönen blauen Donau“. Ebenso abgedruckt sind pro Heft in einer Zusammenstellung am Schluss des Bandes kurze Kompositionen, hervorzuheben sind die Namen Josef Reiter (1862-1939, Hauptwerk „Der Bundschuh“, Einakter, unter Gustav Mahler uraufgeführt) und Max Josef Beer (1851-1908, ein in seiner Zeit gefeierter Opernkomponist des Verismo, Hauptwerk „Der Strike der Schmiede“).
Die Zeitschrift „An der schönen blauen Donau“ erschien zwischen 1886 und 1896 zweiwöchentlich als Literatur- und Musikzeitschrift, von 1891 bis 1896 als Beilage der Tageszeitung „Neue Freie Presse“. Herausgeber war der Journalist und Schriftsteller Fedor Mamroth, bekannt durch Förderung von Schnitzler, Bahr, Beer-Hofmann und durch Angriffe auf Karl May in einigen Glossen 1899.
Der vorliegende Band, 23x30,5, Leinenband mit goldener Rückenprägung, ist in altergemäßem Zustand, es fehlen die Seiten 385-391 und 437-446, vor allem wurden von den 24 Fotografien (KünstlerInnen und Adlige), die am Anfang der Hefte stehen, 9 ausgerissen. Die beschriebenen literarischen Erstveröffentlichungen sind vollständig erhalten.