15,5x22,5, 526 Seiten, Halbleinen, marmorierte Deckel, Kanten vor allem unten beschabt, handschriftlicher Titel auf Etikett am Rücken, sehr gut erhalten.
            Die Zeitschrift wurde 1916 von der Zentralgeschäftsstelle für deutsch-türkische Wirtschaftsfragen (gegründet von Ernst Jaeckh) herausgegeben, leitender Redakteur war der bekannte Orientalist Enno Littmann. Sie bestand bis 1919; ihre Ausrichtung war nicht zuletzt durch die deutsche Kriegspolitik einerseits, durch die deutsche Unterstützung der Modernisierungsbestrebungen unter den jungtürkischen Regimes andererseits bestimmt. Die wirtschaftlichen Beziehungen – auch im Hinblick auf Verpflichtungen und Einflussmöglichkeiten nach dem (erwartet siegreichen) Krieg – Deutschlands unter dem Gesichtspunkt der Modernisierung und Europäisierung der Türkei nehmen dabei einen zentralen Platz ein. Nicht zu kurz kommen aber neben Themen wie Währungsreform in der Türkei, Seidenindustrie in Palästina oder Wälder Kleinasiens auch andere Bereiche; so veröffentlicht Enno Littmann (1875-1958, Orientalist und Sprachwissenschafter, Teilnehmer und Leiter verschiedener Expeditionen im Vorderen Orient, aber auch in Äthiopien, so bei der legendären Aksum-Expedition in Eritrea, bekannt vor allem durch die erste vollständige Übersetzung von „Tausendundeine Nacht“) einen Beitrag über „Der Cairiner Straßenhandel in seinen Ausrufen“, der Sozialdemokrat Otto Jenssen (später Lehrer auf Schloss Tinz in Thüringen, das 1918 vom Soldatenrat enteignet wurde – Vorbesitzer war die Fürstenfamilie Reuß –, linker Sozialdemokrat, Mitglied der von 1936-1938 bestehenden antifaschistischen Gruppe „Deutsche Volksfront“, Mitglied der SED nach 1946) schreibt über „Marxistische Beiträge zum Problem der Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftsforschung im Orient“.