Die Platte enthält Schuberts Ständchen (Knabenchor Hannover unter der Leitung Heinz Hennigs, Gründer des Chors, Hochschullehrer, Pionier historischer Aufführungspraxis) und die Kleine Nachtmusik Mozarts (Einspielung der Bamberger Symphoniker unter Joseph Keilberth, einem – auch politisch-ideologisch – höchst konservativen Musiker). Zwischen diese beiden Stücke ist die Weihnachtsansprache Werner Bahlsens eingebettet – ein Musterbeispiel deutscher Erfolgsgeschichte und norddeutschen Understatements am Ausgang der Wirtschaftswunderzeit. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, muss die Platte gewendet werden. Waren die ersten beiden künstlerischen Einspielungen zur Platte offenbar dazu gekauft (Keilberth starb 1968), so kann nun in Form eines Hörspiels (1972 gab s noch keine Daten-CDROM, keine PowerPointPresentation, keine …) die Geschichte des Unternehmens erfahren werden, mit Musik unterlegt, von einem Werbetexter (Ehrhard Frühsorge), der noch sein Handwerk versteht und dem Zeit gegeben wird, verfasst, von SchauspielerInnen gesprochen (Margot Trooger, Helmut Lange, Klaus Kindler); bombastisch, kitschig, liebenswert altväterlich. Das Cover der Platte ist doppelt ausgeführt. Über einem Centrefold, in dessen Karton die Jahreszahl 1972 und die Firmenlogos aufwändig eingeprägt sind, ist ein Umschlag aus transparentem, flexiblem Kunststoff angebracht, der die Reproduktion eines Gemäldes trägt; dazu die Bemerkung: „Adolf Hölzel: ‚Abstraktion‘ (1915/16) Original in unserem Besitz“.

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