Die Azetate sind in einem beklagenswerten Zustand, sie sind nur für jene interessant, die sich über den schlimmen Zustand im Klaren sind und die trotzdem die Sentimentalität aufbringen, eine private Aufzeichnung zu erwerben. Die Platten hängen beim Abspielen, eine CD mit der Aufnahme der Azetate und Bereinigung der Hänger wird mitgeliefert, ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wo diese Azetate, zu welchem Zweck und von wem angefertigt wurden.

Johann Nepomuk David (1895-1977) war ein österreichischer Komponist, gebürtig aus Eferding, Oberösterreich: Er war Sängerknabe, studierte an der Bischöflichen Lehrerbildungsanstalt in Linz und war Volksschullehrer in Oberösterreich, danach Studium an der Musikakademie und Universität in Wien, Organist. 1934 bis 1945 erst Leiter der Kantorei am Leipziger Landeskonservatorium, dann kommissarischer Direktor des Instituts; keine Parteimitgliedschaft (auch nicht in Unterorganisationen), aber eine Kantate auf Hitler mit Zitaten aus seinen Reden, dies trotz so genannter innerer Emigration. Nach dem Krieg Unterricht am Mozarteum und in Stuttgart; Lehrer Lachenmanns. David gilt als strenger Kontrapunktiker, Polyphonist, gemäßigt konservativ, gemäßigt modern. Das Ezzolied, Oratorium für Soli, Chor und Orchester, ist sein Opus 51 aus dem Jahr 1957.

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