Cover und Vinyl gut, Platte kaum bespielt
              Die St. Gerolder Messe, entstanden und uraufgeführt 1972, auf Platte eingespielt 1977, gehört zu den drei Messen, die Erich Kleinschuster für eine deutsche Liturgie, die dem II. vatikanischen Konzil entspricht, komponiert hat. Textlich stehen diese Messen wohl auch in der Tradition der Deutschen Messe Schuberts. Die Ironie der katholischen Geschichte liegt nun darin, dass die Deutsche Messe („Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“, D 872) zwar vom Wiener Erzbischöflichen Konsistorium eben wegen der deutschen Texte (Verfasser Johann Philipp Neumann, 1774-1849, der die Komposition in Auftrag gab) abgelehnt wurde, aber sehr schnell populär wurde, während den Kleinschustermessen diese Gnade nicht beschieden war, obwohl diese Art von Messen gerade für die Jugend gefördert wurde.
              Die St. Gerolder Messe ist dafür gedacht, von auch wenig geübten MusikantInnen und SängerInnen dargebracht zu werden; hierin unterscheidet sie sich stark von der Oberwarter Messe, die professionelle Ausführende verlangt, sowohl was die Ensemblepartien als auch den Chorgesang betrifft. Beide sind Jazz und Chormusik auf hohem Niveau. Die St. Gerolder Messe fällt dagegen stark ab; ihr musikalisches Erscheinen ist eher von grassierendem Austropop beeinflusst. Jedenfalls handelt es sich um ein liebenswertes Zeitdokument der Musik- und Kirchengeschichte.